Zu hohe Temperaturen innnerhalb der Grundschule

Am 23. Juni schrieb Ratsherr Hubertus Mantoan folgenden Brief:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister.

Hinsichtlich der zur Zeit herrschenden Außentemperaturen und den damit einhergehenden Temperaturen innerhalb von Gebäuden stellt sich in jedem Jahr die Frage, ob gerade das Raumklima in Räumen, in denen sich Kinder aufhalten und beschäftigt werden (Kindergärten, Schulen, etc.) sowohl für die Kinder als auch für die Betreuenden in einem verträglichen Rahmen liegt.
Das Raumklima wird insbesondere durch die Luftfeuchtigkeit, die Be- und Entlüftung als auch durch die Raumtemperatur beeinflusst, wobei sich die meisten Menschen bei einer Temperatur von 20 bis 24 Grad Celsius am wohlsten fühlen.
Für den Schulbereich allgemein und für die Unterrichtsräume, die Verwaltungsräume und Lehrräume im Speziellen gilt der Richtwert von 20 Grad Celsius.
Das Verwaltungsgericht Dresden hat in einem Urteil vom 02.02.2012, (Az. 5 L 1563/11) festgelegt, dass in Klassenzimmern erträgliche Raumtemperaturen herrschen müssen. Der Schulträger muss demnach für zumutbare Lehr- und Lernbedingungen sorgen, wobei ab 26 Grad Celsius Raumtemperatur Handlungsbedarf besteht. Dies gilt sowohl für die Betreuenden / Lehrenden als auch für die zu Betreuenden. Klassenräume sind Arbeitsräume für die dort beschäftigten Lehrer, somit gilt die Arbeitsstättenverordnung. Analog dazu ist diese Verordnung auch für die Schulen anzuwenden. Dies bedeutet, dass in der Regel Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind, wenn die Raumtemperaturen 26 Grad Celsius überschreiten. Eine Überhitzung kann in jedem Fall negative Folgen haben.

In der Grundschule Müschede wurden vom 31.08. bis 06.10.2016 durch einen Vater kontinuierliche Temperaturmessungen in einem Abstand von 15 Minuten durchgeführt. Die gemessenen Temperaturen während der Unterrichtszeit sind in der beiliegenden Liste rot abgebildet.
Dabei wurde  festgestellt, dass in der Zeit vom 31.08. bis 19.09.2016 täglich die „zulässige“ Temperatur deutlich bis zu mehr als 4 Grad Celsius überschritten wurde.
Bei dem Klassenraum handelt es sich um einen Raum, der durch die großflächigen, südwestlich ausgerichteten Fensterflächen besonders der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wie übrigens drei weitere Klassenräume, in denen zwar keine Messungen durchgeführt wurden,  allerdings ähnliche Messwerte unterstellt werden können.
Im Moment herrschen zumindest vergleichbare Temperaturen wie im August / September letzten Jahres, was dazu geführt hat, dass ich von einem Elternteil über die letztjährigen Messungen informiert wurde. Verbunden damit, hat er mir das Verhalten seines Kindes geschildert, das völlig erschöpft, weinend und mit schweißnassen Haaren aus der Schule kam.
Im Hinblick auf die Gesundheit unserer Kinder als auch der Lehrpersonen bitte ich zu prüfen, welche geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Raumtemperaturen möglichst kurzfristig getroffen werden können und bitte dies eventuell mit in die Haushaltsberatungen einzubeziehen.

Mit freundlichem Gruß

Hubertus Mantoan

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